Grünteepulver oder echter Matcha
Julien SalutGrünteepulver oder echter Matcha
Beide sehen aus wie grünes Pulver, aber ihre Herstellungsverfahren haben nichts gemeinsam. Vier sachliche Kriterien genügen, um sie im Laden zu unterscheiden.
Definition von Matcha
Matcha wird nach einem genauen Verfahren hergestellt.
- Blätter werden mehrere Wochen vor der Ernte beschattet (Tencha).
- Blätter werden nach dem Trocknen entstielt, ohne Stiele.
- Pulverisierung auf einer Steinmühle, kalt.
Ohne eines dieser drei Elemente ist das erhaltene Pulver ein gemahlener Grüntee, kein Matcha.
Was unter dem Namen Matcha im Umlauf ist
Ein Teil der billigen Pulver, die in Supermärkten oder Online-Shops verkauft werden, ist tatsächlich gemahlener Sencha: ein in der Sonne angebauter Grüntee, der industriell gemahlen wurde. Die Sonneneinstrahlung erhöht die Tannine, also die Adstringenz, und das schnelle Mahlen erwärmt das Pulver, wodurch das Grün ins Olivfarbene umschlägt und die Aromen abgeschwächt werden. Einige Zubereitungen enthalten auch Zusatzstoffe: Zucker, Maltodextrin, Aromen.
Vier Anhaltspunkte vor dem Kauf
- Farbe: Leuchtendes Jadegrün für einen Matcha. Ein oliv- oder khakifarbener Ton deutet auf gemahlenen Grüntee hin.
- Herkunft: Ein Matcha ist nachvollziehbar (Region, Kultivar, Erntejahr). Ein Pulver ohne geografische Angabe ist es selten.
- Mahlung: Der Hinweis Steinmühle ist ein Zeichen. Seine Abwesenheit ist ein anderes.
- Preis: Ein langsam gemahlener, beschatteter Tencha bedeutet minimale Produktionskosten. Ein Pulver für ein paar Euro pro 30 g ist kein zeremonieller Matcha.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
Mit dem Löffel nehmen Sie das ganze Blatt auf, nicht einen Aufguss. Jeder Mangel am Rohmaterial oder der Mahlung spiegelt sich in der Tasse wider. Aus diesem Grund ist ein zeremonieller Matcha anspruchsvoller – und deutlich teurer – als ein Standard-Grünteepulver.